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Neues TGD-Projekt für Schafe und Ziegen:

Untersuchung der Pseudotuberkulose

Autorin: Dipl.-Ing. Christine Braunreiter, Referentin für Schaf-und Ziegenhaltung, LK OÖ

Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Auf der Gugl 3, 4021 Linz


Für TGD-Mitgliedsbetriebe wird ab sofort folgende Möglichkeit angeboten:
Zum gleichen Selbstbehalt von 15% wie auch bei MV/CAE, können Schafe und Ziegen nun auch mit auf Pseudotuberkulose serologisch untersucht werden. Es wird vorgeschlagen die Untersuchung mit der MV/CAE-Untersuchung zu koppeln, da nur einmal eine Blutabnahme erforderlich ist. Nicht- TGD Betriebe können selbstverständlich auch auf Pseudotuberkulose untersuchen lassen, müssen jedoch die vollen
Kosten tragen.

Alle bereits am TGD-Programm MV/CAE teilnehmenden Betriebe erhalten in Kürze ein Informationsschreiben des Tiergesundheitsdienstes, welches folgende Informationen enthält:
Bekanntgabe des aktuellen Betriebsstatus und Zertifizierung unverdächtiger Betriebe mit Bekanntgabe eines Termins
bis wann die nächste Standardoder Bestandesuntersuchung (je nach
Betriebsstatus und Stichprobenplan im neuen MV/CAE-Programm) gemacht werden muss.


Fototext: Pseudotuberkulose zeigt sich an eitrig-käsigen Veränderungen der Lymphknoten und inneren Organe. – Pseudotuberkulose zeigt sich an eitrig-käsigen Veränderungen der Lymphknoten und inneren Organe.

Was ist Pseudotuberkulose?
ist eine bedeutende Infektionskrankheit bei Schaf und Ziege, die weltweit vorkommt und in der internationalen Literatur auch als „Caseous lymphadenitis“ (Abkürzung CLA) bezeichnet wird. Seit einigen Jahren ist auch ein Anstieg der Pseudotuberkulose in Österreich zu beobachten.

Was verursacht die Erkrankung?
• Die Pseudotuberkulose ist eine bakterielle Erkrankung, die durch den
Erreger Corynebacterium pseudotuberculosis (C. pseudotuberculosis) verursacht wird.
• Es handelt sich um eine chronisch verlaufende und ansteckende Infektionskrankheit, die sich in den betroffenen Beständen über Monate oder Jahre hinweg kontinuierlich ausbreitet und somit einen Großteil der Herde betreffen kann.
• C. pseudotuberculosis kann eventuell auch auf andere Tierarten sowie unter Umständen auf den Menschen übertragen werden, obwohl diese Fälle äußerst selten auftreten.

Klinische Symptome
Die Pseudotuberkulose führt zu einer Abszessbildung am Körper infizierter Tiere. Meist findet man diese Abszesse im Bereich der Lymphknoten, es können aber auch innere Organe wie Lungen oder Leber betroffen sein. Wenn oberflächliche Lymphknoten infiziert werden, kommt es zunächst zu einer meist deutlich sichtbaren Umfangsvermehrung. Wenn diese abszedierenden Lymphknoten aufbrechen, entleert sich ein dickflüssiger gelblicher oder grünlicher Eiter. Häufige Lokalisationen für diese Umfangsvermehrungen sind im Bereich des Kopfes oder aber auch des Euters. Wenn der Krankheitsprozess Lungen oder Leber betrifft, kommt es zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes. Eine Infek-tion verläuft über Monate oder Jahre, viele Tiere bleiben meist lebenslang mit C. pseudotuberculosis infiziert.

Wie wird die Pseudotuberkulose übertragen?
Der überwiegende Anteil an Neuausbrüchen in Beständen erfolgt über den Zukauf infizierter Tiere. Dies können zum einen Tiere sein, die sich in einem frühen Infektionsstadium befinden und noch keine auffälligen Veränderungen zeigen oder aber Tiere, die an einer Lungeninfektion leiden und den Erreger über die Atemluft ausscheiden. Erfahrungen aus anderen Ländern haben gezeigt, dass auch über Schafscherer und deren In-strumentarium eine Übertragung möglich ist, wenn allgemeine Grundsätze der Hygiene und Desinfektion nicht beachtet werden. Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes der Tiere und hat folglich auch erheblichen Einfluss auf die Leistung der Tiere bzw. der Herde. Infizierte Tiere sind für den Handel nicht mehr geeignet. Bei Schlachttieren kommt es zu Beanstandungen im Rahmen der Schlachttier- und Fleischuntersuchung.


Diagnostik
Als klassisches Nachweisverfahren von C. pseudotuberculosis wird der direkte Erregernachweis aus Abszessen durchgeführt. Da mit diesem Testverfahren nur Tiere im fortgeschrittenen Infektionsstadium erfasst werden, wurde am AGES-Institut für Veterinärmedizinnische Untersuchun-gen Linz ein serologisches Testverfahren etabliert, das über den Nachweis von C. pseudotuberculosis Antikörpern im Blut auch frühere Infektions-stadien erkennt und überdies bei Tieren mit ausschließlichen inneren Organveränderungen verwendet werden kann.

Vorbeugung und Bekämpfung
Eine antibiotische Behandlung infi zierter Tiere ist wenig erfolgversprechend, da durch die Abkapselung der Erreger in den Abszessen keine aus-reichende Wirkstoffkonzentration erzielt wird. In manchen Ländern kommen Vakzinen zum Einsatz, wobei Wirksamkeit und Nutzen in der Fachwelt umstritten sind. In Österreich ist kein kommerzieller Impfstoff zugelassen. Da die Infektion meist lebenslang bestehen bleibt, sollten infi zierte Tiere aus der Herde entfernt oder getrennt gehalten werden. Um das Risiko eines Eintrages in die Herde zu minimieren, sollten nur serologisch-negativ getestete Tiere aus bekannt Pseudotuberkulose-freien Betrieben zugekauft werden. (Quelle: AGES, LINZ)

Was ist das Ziel der Untersuchung?
Bisher wurden im Rahmen der Testvalidierung ca. 1.000 Milchziegen in OÖ auf Pseudotuberkulose untersucht. Ziel ist es nun anhand einer aus-reichend großen Stichprobe repräsentative Daten über die Prävalenz, d.h. das Vorkommen der Erkrankung in den oberösterreichischen Schaf- und Ziegenbeständen zu erhalten. Anhand dieser könnten Maßnahmen zur Sanierung abgeleitet werden (TGD-Programm).

Wo liegen meine Vorteile als Betrieb?
Primär ist es jedoch wichtig als Einzelbetrieb zu wissen „wo man steht“. Dies bedeutet, dass durch die Untersuchung der Pseudotuberkulose bereits entsprechende Sanierungsschritte dh Hygienemanagementmaßnahmen gemeinsam mit dem TGD-Tierarzt entwickelt und umgesetzt werden könnten. Für unverdächtige Betriebe bedeutet dies einen Vorteil im Hygienestatus den es zu erhalten gilt (zB Einzeltieruntersuchung bei Zukauf). Auch im internationalen Tierverkehr (Zuchttierverkauf) wir die Freiheit von Pseudotuberkulose und der negative Nachweis im Blut in den Veterinär-zeugnissen (vermehrt) gefordert.

Termine
11.02.2012 08:00
Gebietsausstellung Umhausen
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10.02.2012 08:00
Gebietsausstellung Gries im Sellrain
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08.02.2012 09:30
Stallbauseminar
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Aktuelles
22.11.2011 16:17
8. Generalversammlung ÖBSZ 2011
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24.10.2011 14:57
Gelungene Gebirgs- und Fleischziegenausstellung in Schmirn am 15.10.2011
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19.10.2011 13:16
Herbstversteigerung Maishofen 2011
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