
Zucht und Ordnung
Herdebuchzucht in OÖ
Die wichtigsten Faktoren der Zuchtarbeit sind:
• Ausnahmslos reinrassige Elterntiere mit vier Generationen Abstammung
• Genaue Aufzeichnung aller Leistungsdaten (nach HB-Ordnung)
• Lückenlose Kennzeichnung aller Nachkommen
• Einhaltung der vorgeschriebenen Gesundenuntersuchung
• Leistungserfassung nach HB-Ordnung
• Einsatz von gekörten Vatertieren
Alles Infos dazu gibts beim Landesverband OÖ!

ZUCHTBÖCKE für den Deckeinsatz
Die Auswahl von leistungsstarken Zuchtziegen
Was man unter Leistung versteht bzw. wie man Leistung definiert, ist im Zuchtbuch und im Herdebuch genau festgeschrieben. Priorität hat aber immer die Gesundheit, die Milchleistung inkl. Milch-inhaltsstoffe, die Euter- und Zitzenform, das Futteraufnahmevermögen, die äußere Erscheinung und der Charakter der Tiere. Diese Kriterien sind im Wort „Zuchtwert“ vereint.
Für die Züchtung ist die genetisch bedingte Überlegenheit von Bedeutung. Es geht bei der systematischen Züchtung immer darum, Ziegen mit möglichst hohem Zuchtwert einzusetzen.
Meistens wird nur ein geringer Teil der erblich veranlagten Leistungsmerkmale vererbt. Je mehr die gewünschten Leistungsmerkmale in der Erbanlage verankert sind, desto größer ist die Wahrschein-lichkeit der Vererbung, dh. Zuchtarbeit ist eine sehr langwierige Tätigkeit mit kleinen Fortschritten. Sind im Zuchtbuch schon Generationen von Ziegen mit immer wiederkehrenden wertbestimmenden Merkmalen eingetragen, so ist die Wahrscheinlichkeit, daß diese Eigenschaften an die Nachkommen weitergegeben werden, relativ groß. Tatsache ist, daß jedes Qualitätsmerkmal zu einem ver-schieden großen Prozentsatz vererbt wird. Die Fruchtbarkeit zB hat einen sehr geringen Verer-bungsgrad, die Milchleistung und Euterform jedoch einen relativ großen. Die im Laufe des Lebens erworbenen Eigenschaften werden nicht vererbt. Der Zuchtfortschritt basiert in der Praxis über die Böcke, daher ist es wichtig, daß die Bockauswahl besonders verantwortungsvoll betrieben wird.
*Tipp:* Kaufen SIE reinrassige Zuchtböcke bei unserer jährlichen Zuchtböcke-Versteigerung in Wels!

Ziegenmilch ist gesund, auch für Kitze!
Beispiel:
Ein weibliches Tier gibt ihre Erbanlage jährlich an zwei bis drei Nachkommen weiter, ein aktiver Zuchtbock jedoch an mehrere hundert Nachkommen. Die Herdebuchordnung schreibt demnach für die männlichen Tiere wesentlich strengere Selektionskriterien vor als für die weiblichen. Weibliche Ziegen, von denen Zuchtböcke gezüchtet werden, müssen demnach schon mehrere Generationen zurück die gewünschten Merkmale aufweisen. Der große Unbekannte beim Zuchtwert ist die Um-welt. Praktisch jedes Zuchttier findet andere Umweltbedingungen vor, wobei wir unter Umwelt die Unterbringung, die Fütterung, die Haltungsmethoden und noch viele andere Faktoren verstehen. Die Aussagekraft über den Zuchtwert einer Rasse hat um so mehr wert, je mehr Tiere eingebunden werden.
Selektion
Bei der Selektion von Zuchttieren wird besonders großer Wert auf das Ausmerzen unerwünschter Merkmale gelegt. Für unerwünschte Merkmale gilt die gleiche Vererbungswahrschein-lichkeit wie für die gewünschten. Auch diese festigen sich bei immer wiederkehrender weiteren Ver-erbung zusehends in der Erbanlage. Unbestritten ist, daß die Basis für die Weiterentwicklung in der Ziegenzucht die Zuchtarbeit bildet. Die Ziegenhalter sollen wissen, daß man nie von Einzeltieren Rückschlüsse auf den Zuchtwert ziehen soll. Es gibt ab und zu Hochleistungstiere, die durch besondere Zufälle gerade die erblichen Voraussetzungen für Spitzentiere haben, die sie aber, wenn sie nicht durch Generationen untermauert sind, nicht an ihre Nachkommen weitergeben.
