HOME GERMANIA ITALIA AUSTRIA    

Einsatz von Medikamenten gegen Parasiten ohne Absicherung der Diagnose?

Vor Behandlung gegen Parasiten soll unbedingt eine Kotprobe untersucht und danach gezielt behandelt werden, um die Entwicklung von Resistenzen gegen die Medikamente zu minimieren.

Weltweit nehmen Resistenzen gegen Antiparasitika immer weiter zu. Da nicht zu erwarten ist, dass neue Wirkstoffe gegen Parasiten entwickelt werden, stehen in Zukunft zur erfolgreichen Behandlung von Parasitenbefall nur noch einzelne der wenigen Wirkstoffgruppen zur Verfügung.

Viele der Parasiten haben ihren Lebenszyklus in beeindruckender Weise – meist über Zwischenwirte bzw. durch Ablage unzähliger Eier und Larven an günstigen Stellen – an die Umweltbedingungen angepasst, wodurch deren Ausrottung praktisch unmöglich ist.

AUFGRUND DIESER TATSACHE UND DER STEIGENDEN RESISTENZPROBLEMATIK IST EINE REGELMÄSSIGE BEHANDLUNG DER HERDE ZU PROPHYLAXEZWECKEN OHNE VORHERIGE DIAGNOSE EINES PARASITENBEFALLS NICHT MEHR ZU VERTRETEN.

Das Ziel sollte sein, mit einer möglichst genauen Diagnose der Parasitengruppe den Medikamenteneinsatz so gering als möglich zu halten. Es hat keinen Sinn bei starkem Bandwurmbefall mit einem Medikament zu behandeln, dass vorwiegend gegen Rundwürmer entwickelt wurde, weil damit lediglich Resistenzen gefördert werden und der erwünschte Behandlungserfolg oft ausbleibt. In diesem Fall sollte auf ein speziell gegen Bandwürmer wirksames Präparat zurückgegriffen werden.

Um die für die Herde problematische Parasitenart herauszufinden, bedarf es einer rechtzeitig vor der geplanten Behandlung durchgeführten Diagnose mittels Kotprobenuntersuchung bzw. haben Schlachtbefunde enorme Aussagekraft. Nur so kann auch festgestellt werden, in welchem Ausmaß die Tiere befallen sind.

Erst danach sollte gezielt behandelt werden bzw. kann bei Feststellung einer lediglich geringen Parasitenbelastung allein mit einem durchdachten Weidemanagement und der Einrichtung von Lämmerweiden der Infektionsdruck für Jungtiere auf den Weideflächen soweit gesenkt werden, dass Gewichtsverluste ausbleiben.

Richtige Kotprobenentnahme:

ZUR UNTERSUCHUNG SIND BEVORZUGT KOTPROBEN VON ABGEMAGERTEN, KÜMMERNDEN TIEREN BZW. JUNGTIEREN MIT DURCHFALL ZU NEHMEN.

Kotproben sind immer aus dem After zu entnehmen bzw. kann unmittelbar abgesetzter Kot ausnahmsweise vom Boden aufgenommen werden.

ÄLTERE, AUS DER EINSTREU ODER VOM MISTPLATZ EINGESAMMELTE PROBEN HABEN KEINERLEI AUSSAGEKRAFT, DA HIER DIE PARASITENLARVEN LÄNGST AUSGEWANDERT SIND UND EIN FALSCH NEGATIVES ERGEBNIS PRAKTISCH VORPROGRAMMIERT IST.

Zur Untersuchung auf Magen-Darmwürmer reicht im allgemeinen eine geringe Menge an Kot aus, wird jedoch auch eine Untersuchung auf Lungenwürmer und Leberegel in Auftrag gegeben, sollte die Kotmenge ca. 20 – 50 g betragen (Faustregel: 2 – 3 walnussgroße Stücke).

Die Probe ist, vor Austrocknung geschützt, in einem fest verschließbaren Gefäß (Plastikbecher, verknotetes Plastiksäckchen) mit einem möglichst genauen Vorbericht und dem Hinweis, auf welche Parasiten (Magen-Darmwürmer, Lungenwürmer, Leberegel) untersucht werden soll, an das jeweilige Labor einzusenden.

ES FÜHREN AUCH EINE REIHE VON TIERÄRZTEN DIESE UNTERSUCHUNGEN DURCH. KONTAKTADRESSEN ERHALTEN SIE ÜBER IHREN BETREUUNGSTIERARZT, ABER AUCH ÜBER DIE JEWEILIGEN LANDESTIERGESUNDHEITSDIENSTE.

Abb.1 Ziege auf der Weide
Abb.1 Ziege auf der Weide
Abb.2 Abmagerung, verschmutzte Analgegend, Ödeme am Kehlgang – Anzeichen für Parasiten!
Abb.2 Abmagerung, verschmutzte Analgegend, Ödeme am Kehlgang – Anzeichen für Parasiten!
Abb.3 Durchfallkot
Abb.3 Durchfallkot
Appuntamenti
News