
Leitsymptom – Lebensschwäche/plötzlicher Tod
Die Ursache lebensschwach geborener Lämmer oder Ziegenkitze ist meist bereits beim trächtigen Muttertier bzw. in unmittelbarer Nähe zum Geburtsverlauf zu suchen.
Oftmals werden Milchmangel oder Eutererkrankungen beim Muttertier übersehen, was zu einem regelrechten Verhungern der Jungtiere führen kann. Auch Infektionskrankheiten während der Trächtigkeit können erhebliche Spätfolgen haben – indem die Frucht entweder abstirbt bzw. lebensschwache Jungtiere geboren werden.
Schließlich wirken sich auch Mangelerscheinungen beim Muttertier während der Trächtigkeit auf die Entwicklung der Embryonen aus.
BEI GEHÄUFTEM AUFTRETEN VON AKUTEN TODESFÄLLEN – V.A. WENN AUCH MUTTERTIERE BETROFFEN SIND – DARF NIEMALS VERGESSEN WERDEN, DASS ES SICH UM EINE ANZEIGEPFLICHTIGE TIERSEUCHE HANDELN KÖNNTE (SIEHE LINK)! DER TIERARZT IST SO RASCH ALS MÖGLICH ZU VERSTÄNDIGEN!!!
Lebensschwäche bzw. Tod in den ersten Lebensstunden oder unmittelbar während der Geburt:
- Sauerstoffmangel bei Geburtshindernissen/Schwergeburt
- Unreife und Untergewicht des Lammes (Frühgeburt)
- Missbildungen von Lamm/Kitz
- Leberriss bei schweren Lämmern(ev. durch Geburtstrauma)
- Geburtstrauma (Knochenbrüche, Wirbelsäulenverletzungen,…)
- Trächtigkeitstoxikose des Mutterschafes
- Mangelzustände im Mineralstoffbereich (Selen, Kupfer, Jod)
- Plazentainsuffizienz
- Infektionen der Gebärmutter
- Border-Disease
- Abortuserreger-Infektionen des Muttertiers
- Umweltfaktoren (Witterungsverhältnisse)
Tod bzw. Lebensschwäche tritt am ersten Lebenstag ein:
- Spätfolge des Sauerstoffmangels bei der Geburt
- Hypoglykämie-Hypothermie-Komplex u./o. Milchmangel des Muttertiers (=Neonatales Hypothermie-Syndrom)
- Unreife des Lamms und Milchmangel
- Lebensschwäche infolge von Infektionen
- Border Disease
- Lebensschwäche infolge Mangelerkrankung (z.B.:Se, Cu,…)
- Missbildungen des Jungtiers (z.B.: Herzfehler, Missbildungen am Darm,…)
Alle bisher genannten Ursachen treten auch in der ersten Lebenswoche als Spätfolge noch auf, zusätzlich dazu ist an die folgenden Infektionskrankheiten zu denken, wenn die Jungtiere ganz plötzlich sterben, ohne dass man vorher deutliche Symptome sieht. Man spricht von einem perakutem Tod:
- Clostridium perfringens Typ B (Enteritis – kommt selten vor in Österreich)
- Clostridium perfringens Typ C (Entereocolitis)
Ab dem 2. – 3. Lebensmonat können vor allem bei gut genährten (v.a. Mastlämmern, ev. mit frischem Weidegang) oder völlig unauffälligen Jungtieren plötzliche Todesfälle auftreten. Hier kann man in erster Linie an folgende Ursachen denken:
- Breinierenerkrankung (Clostridium perfringens Typ D mit Toxinbildung)
- Kreislauf / Herzversagen aufgrund Selenmangels
- Akute Vergiftungen
- Enterotoxämie bei Ziegen (meist ab 3. Lebensmonat, durch Clostridieninfektionen)
- Akuter Schafrotz (Pasteurellosen)
Links:
Auswirkungen von Umwelteinflüssen in den ersten 72 Lebensstunden
