Gründung des Bundesverbandes:
Am 17. Jänner 2002 wurde von den österreichischen Schaf- und Ziegenzuchtverbänden, der Österreichischen Schaf- und Ziegenbörse (Erzeugergemeinschaft) und den Landwirtschaftskammern der Österreichische Bundesverband für Schafe und Ziegen gegründet. Dieser Zusammenschluss mit dem Ziel, umfassende Synergieeffekte zu nutzen sowie eine Stärkung der Interessenvertretungen herbeizuführen, wurde auch vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft unterstützt.
Bedeutung der Schaf- und Ziegenzucht in Österreich
Die Zucht selbst hat schon lange Tradition, besonders im Westen Österreichs. In 5.538 Herdbuchbetrieben werden insgesamt 53.270 Zuchttiere gehalten. Von den Landesverbänden werden 16 Ziegen- und 28 Schafrassen züchterisch betreut.
Die Produktion von Lammfleisch, Schaf- und Ziegenkäse erfuhr erst in den letzten Jahren einen kräftigen Aufschwung und hat ihren Schwerpunkt in den mittleren und östlichen Bundesländern. Der Konsument schätzt zunehmend die durch die Leistungsprüfung stetig verbesserte Fleischqualität, und so kann auch eine gute Preisentwicklung verzeichnet werden. Der Selbstversorgungsgrad liegt im Fleischbereich unter 80 %, es gibt also noch großes Entwicklungspotenzial. Im Milchbereich wird ein Großteil der Produkte über die Direktvermarktung abgesetzt. Es haben sich jedoch in den letzten Jahren sehr gute Kooperationen mit Molkereibetrieben gebildet, die wegen der enormen Nachfrage nach heimischen Käsespezialitäten von Schaf und Ziege noch weiter ausgebaut werden können.
Mitglieder:
Die einzelnen Landesverbände sind Mitglieder im Bundesverband, ebenso die Landwirtschaftskammern der Bundesländer. Weitere Mitglieder sind die IGZ (Interessengemeinschaft Ziegenzüchter Österreichs), die Österr. Schaf und Ziegenbörse und die ARGE-Schafzuchtverbände.
Ausschüsse:
In den folgenden Ausschüssen werden die anfallenden Themen und Problemstellungen bearbeitet.
• Obmännerkonferenz der Schaf- und Ziegenzuchtverbände
• Fachausschuss der Geschäftsführer
• Zuchtausschuss
• Fachunterausschüsse des Zuchtausschusses (Bergschafe, Fleischschafe, Merino, gefährdete Schafe/Ziegen, Milchschafe/Milchziegen)
• Vermarktungs- und Marketingausschuss
• Gesundheitsausschuss
• Ausschuss für Ziegenangelegenheiten
• EDV- und Herdebuch Ausschuss
Aufgaben des Bundesverbandes:
Interessenvertretung
Eine wichtige Aufgabe des Bundesverbandes ist die Interessenvertretung der österreichischen Züchter und Halter von Schafen und Ziegen. In verschiedenen Ausschüssen werden relevante Themen erarbeitet, um eine einheitliche Vorgehensweise zu ermöglichen, und staatliche Organisationen haben nunmehr einen einzigen Ansprechpartner. Ebenso wichtig ist die Vertretung nach außen. In Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Österreich wird die Teilnahme an Arbeitsgruppen in Brüssel angestrebt, aber auch der Kontakt zu Vereinigungen anderer Länder soll aufgebaut werden.
Öffentlichkeitsarbeit
Fachtagungen mit Schwerpunkten im Bereich Tierzucht, Tiergesundheit, Vermarktung und Qualitätssicherung, bei deren Organisation der Bundesverband mitwirkt, sind wichtige Informationsquellen für den Landwirt, um seine Produktion zu optimieren und immer auf dem neuesten Stand zu sein.
Zentrales Herdebuch
Der ÖBSZ betreibt eine zentrale Herdebuchdatenbank, in der alle Informationen über Zuchttiere, deren Leistungen und Bewertungen, Auszeichnungen, etc. aufgezeichnet werden. Die gesamte Mitgliederverwaltung mit Untervereinen, Beitragsverrechnung, Mahnwesen, etc. wird von den Verbänden mit diesem Programm bewältigt. Die Anpaarungsempfehlungen und Inzuchtkoeffizientberechnung bei den gefährdeten Rassen werden ebenso damit erstellt, wie Kataloge für Versteigerungen und Schauen. Das neueste Modul hilft bei der Umsetzung der Tierkennzeichnungsverordnung. Es verknüpft die vergebenen Ohrmarken mit dem dazugehörigen Betrieb, meldet via Schnittstelle die Daten an das VIS (Veterinärinformationssystem) und erstellt Rechnung und Versandetiketten in einem Schritt.
Tierzucht
Die Aufgaben der Landesverbände sind Herdebuchführung, Zuchtwertfeststellung, Dateneingabe und -auswertungen sowie die Durchführung von Leistungsprüfungen (Tierbewertungen, Untersuchungen mittels Ultraschall). Österreichweite Zuchtprogramme für Schafe und Ziegen werden in Unterausschüssen vorbereitet und dann gemeinsam mit Vertretern der Universität für Bodenkultur erstellt, wobei die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse einfließen.
Tiergesundheit
Es herrscht vielerorts ein Mangel an Tierärzten, die auf den kleinen Wiederkäuer spezialisiert sind. Daher strebt der Bundesverband eine enge Zusammenarbeit mit der veterinärmedizinischen Universität, den Tiergesundheitsdiensten und den Praktikern an, um gemeinsam konstruktive Lösungsansätze für die anstehenden Probleme zu finden und einheitliche Tiergesundheitsprogramme zu entwickeln. Zu diesem Zweck werden länderweise Informationsveranstaltungen, Diskussionsrunden oder Stammtische organisiert.
Marketingaktivitäten
Der Bundesverband setzt auch einen Schwerpunkt in der Koordination und Abstimmung regionaler Marketingaktivitäten auf Bundesebene. Gemeinsam mit der AMA wurden Informationsfolder entwickelt, die bundesweit aufgelegt wurden.
Beratungskonzept
Es wurden Gruppen- und Einzelberatungen an den Betrieben organisiert sowie Schulungen des Beraterpersonals durchgeführt. Die Hauptziele sind die Qualitätssicherung und die Produktentwicklung. Anhand von Checklisten werden folgende Themen abgehandelt: Produktionstechnik, Betriebswirtschaft, Gesundheitsmaßnahmen und überbetriebliche Zusammenarbeit.
Der Bundesverband für Schafe und Ziegen schätzt Ihre werte Mitarbeit und möchte Sie auffordern, Ihre Ideen, Wünsche und Anliegen über Ihren Landesverband einzubringen. Nur mit guter Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung ist es möglich, die Anforderungen, die in Zukunft auf uns zukommen werden zu meistern.







